Kreuzfahrt in die Karibik 08.12.2019 bis 09.01.2020

Vorher: Nach sehr langem Zögern und dem inneren Widerstreit zwischen meinem lange gehegten Wunsch, die karibischen Inseln kennen zu lernen und meinem ökologischem Gewissen siegte der Wunsch und wir buchten die Kreuzfahrt.

08. Dezember 2019, Sonntag

Eine sehr kurze Nacht endete um 03.30 Uhr und ca 4 Uhr starteten wir zum Bahnhof Koblenz.

Start in Koblenz um 05:00

Es hat gut geklappt, der Zug war pünktlich und wir somit pünktlich in Düsseldorf am Flieger nach Las Palmas auf Cran Canaria.

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Alles bestens organisiert, wir werden zum Schiff transportiert. Erwartungsvoll gehen wir an Bord. Die MS Berlin, das ehemalige Traumschiff, 40 Jahre alt, max. 400 Passagiere und 180 Crewmitglieder erwarten uns schon!

Ein Rundgang zur Orientierung, dann die Sicherheitsübung zur Seenotrettung und gleich danach legt das Schiff ab und nimmt Fahrt auf in Richtung Kap Verden.

Das Abendessen wird im Restaurant serviert, wir haben Glück mit unseren Tischnachbarn Winfried und Gabi. Es entwickelt sich gleich ein nettes Gespräch.

Todmüde fallen wir in die Betten und holen sanft geschaukelt den Schlaf nach.

09.12.2019, Montag

Der erste Seetag! Nach dem Frühstück stellt der Kreuzfahrtdirektor Nico Schankin (Niko von der Brücke) seine Mitarbeitenden und ein wenig vom Programm vor.

Sein täglicher Slogan:

„Was immer Sie tun, tun Sie’s mit Freude“

Natürlich genießen wir es sehr, in der Sonne zu sitzen, bei einen Tropical-Touch-Cocktail oder ähnlichem nach Delphinen Ausschau zu halten und auch welche zu sehen!

Heute Abend lädt der Kapitän zum Cocktail-Empfang, begrüßt alle Passagiere mit Handschlag und steht für Fotos bereit.

Er stellt die ranghöchsten Offiziere vor und danach gibt es ein Gala-Dinner, zu dem festliche Kleidung erwünscht ist. Es glitzert und funkelt allüberall😊

Das MS Berlin Duo erfreut anschließend die Gäste mit flotter Tanzmusik. Leider ist die Tanzfläche stumpf und deswegen der Schwung etwas gebremst…

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Die Solo Show mit Marcelo entführt uns anschließend auf eine musikalische Weltreise.

10.12.2019, Dienstag

Jeden Tag sind wir eingeladen, am Fitnesprogramm teilzunehmen. Doch der innere Schweinehund grunzt heftig und das Bett ist so gemütlich. 😮

Heute werden vom Reiseteam die Landausflüge für Barbados und St. Lucia vorgestellt. Leider ist dies nicht sehr ansprechend und bringt keine neuen Infos.

Dagegen ist der Vortrag von Wolfgang über die Geschichte seit der Entdeckung der Inseln interessant und informativ. Die Seefahrenden aus Portugal und Spanien im 15. und 16. Jahrhundert waren auf dem Weg nach Indien. Die Geschichten sind bekannt, Vasco da Gama umrundete Afrika und entdeckte so nebenbei die Kap Verden, Columbus die „Westindischen Inseln“ vor Amerika. Der Vortragende berichtet von den kriegerischen Auseinandersetzungen der Kolonialmächte im Laufe der Jahre. Ebenso gibt es einen kurzen Abriss über die Bedrohung der Fischpopulationen durch Überfischung.

Die Saragossasee ist die Kinderstube aller Aale, die sich nach der „Geburt“ auf die 6000 km lange Reise bis in die europäischen und amerikanischen Gewässer machen. Hier führt das vermehrte Wachstum der Algen zu Sauerstoffmangel.

Und nun: Erholung auf See😊

Im Yachtclub hören wir einen Vortrag zu unserer Reise in die Karibik mit dem Titel: auf den Spuren des Christoph Columbus. Hier gibt es eine Zusammenfassung seiner vier Reisen, untermalt mit Bildern.

Völlig geschafft vom vielen Nichtstun verschwinden wir relativ bald nach dem Dinner in die Kabine und ins Bett.☺

11.12.2019, Mittwoch

Wir erreichen die Kapverden und erkunden beim Ausflug „die Wurzeln der Kapverden“ die größte und afrikanischte Insel der Gruppe. In Praia, der Hauptstadt, besuchen wir das kleine ethnografische Museum, untergebracht in einem Haus im portugiesischem Kolonialstil. Hier erhalten wir einen Einblick in das Leben der frühen Siedler. Ähnliche Haushaltsgeräte wie früher auch bei uns sind ausgestellt. Eine gegerbte Ziegenhaut diente als Wasser“krug“. Unter anderem sind Geräte zur Wollverarbeitung und Tücher in traditionellen Mustern, Flechtmaterial für Körbe in den verschiedensten Formen und Nutzungsmöglichkeiten ausgestellt.

Der Bummel durch die Fussgängerzone führt uns an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei, Markthalle, Gedenksäule an einen Helden der Kapverden, ein kleiner Park, Blick auf die Kathedrale.

Weiter führt uns der Ausglug nach Citade Velha, die erste und alte Hauptstadt. Hier war damals der größte Umschlagplatz für den Sklavenhandel. Zeugnis von der brutalen Vermarktung der Menschen gibt ein „Pranger“, an den die Sklaven zur Bestrafung und zur Begutachtung durch Käufer angebunden wurden.

Durch ein breites ausgetrocknetes Flussbett gelangen wir zur Banana Road, die erste und damit älteste Straße der Stadt/Insel. Die Stadt ist Weltkulturerbe.

Beim Snack hören wir Musik wie sie früher von den Sklaven gemacht wurde. Die Texte wurden in einer Geheimsprache gesungen, damit die Herren/ Eigentümer der Sklaven nichts verstehen konnten.

Oben auf dem Berg steht das im Jahr 2001 teilweise wieder aufgebaute Fort. Wir genießen die Aussicht auf die alte Stadt und die Bucht.

Der Tagesausflug geht über kurvenreiche Straßen auf den grünen Teil der Insel: Steile Berge, grüne Täler und kleine Ortschaften wechseln sich ab.

12.12.2019, Donnerstag

Weiter geht die Reise, eine Reihe von Seetagen erwarten uns.

Wir sind eingeladen zu einer Führung über die Brücke und müssen deswegen früh aufstehen;)

09.30 Uhr dürfen wir die Kommandozentrale besuchen. Alle Aktivitäten hier sind doppelt abgesichert. Digitale Steuerung aller Vorgänge ist heute selbstverständlich, aber alles wird auch analog erfasst. Falls mal Strom ausfällt oder sonstwie nichts funktioniert, können alle Signale mit Flaggen angezeigt werden. Natürlich gibt es neben all der modernen Technik auch einen Sextanten, den die verantwortlichen Offiziere selbstverständlich bedienen können.

Nun kenne ich auch den Unterschied zwischen Stampfen und Rollen. Das Schiff stampft, wenn es nach vorne schaukelt. Beim Rollen dagegen ist die Bewegung seitlich. Beide Bewegungen führen zu schwankendem Gang 😞 und Seekrankheit.😩

Die Angebote des heutigen Tages wie Meer-malen und Tiere aus Handtüchern falten gehen an uns vorüber,😮 ebenso das Stadt-Land-Fluss-Scheidungsgrund-Spiel. Auch der Vortrag über Tarot und Bachblüten interessiert uns nicht wirklich.

Am Abend erleben wir eine Variety-Show! Die KünstlerInnen bieten ein buntes Programm mit Gesang und Tanz. Besonders begeistert eine Akrobatin, die sich in einem großen, aufgehängten Ring kunstvoll und elegant “ verbiegt“.

13.12.2019, Freitag

Es ist warm und die Plätze auf dem Aussendeck sind heiß begehrt.

Auch heute gibt es verschiedene Angebote: Wolfgang, der Reisejournalist, stellt die Inseln Barbados und St. Lucia vor; Claudia, eine Reiseleiterin bastelt Edelsteinketten mit den Teilnehmenden, im Tanzkurs kann man die ersten Schritte Merengue, Bachata und Salsa erlernen – wir gehen zur Sauna und erholen uns vom Stress des Nichtstuns!

Nach dem Abendessen spiele ich eine Runde Canasta mit einem Ehepaar. Eine seltsame Spielrunde, dauernd sind wir mit unseren Zahlen im Minusbereich, es läuft nicht so recht, trotzdem haben wir Spaß!

Das Abendprogramm steht unter dem Motto: „Es leben die Diven“. Reiseleiterin Claudia singt Chansons von Piaf bis Knef. Ein wunderbarer, gelungener Auftritt!

14.12.2019, Samstag

Der fünfte Seetag und kein bischen langweilig. 😊

Morgens stellt Wolfgang die Inseln Martinique und Antigua vor und macht Appetit auf die angebotenen Ausflüge.

Der Tag vergeht wie im Flug! Zwischen den Mahlzeiten, dem Sonnenbaden, lesen und Gesprächen mit Mitreisenden haben wir keine Zeit für die angebotenen Spiele und Aktivitäten. Sogar für den dritten Saunagang fehlt uns die Zeit😁

Wie jeden Abend genießen wir das leckere Essen im Restaurant, lassen uns bedienen und erfreuen uns an der sehr netten Tischgemeinschaft mit Wilfried und Gaby.

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